Weiterverwenden
Daunenbett aufarbeiten
Nach zehn oder fünfzehn Jahren liegt die Decke flach, wärmt schlechter und riecht nach altem Schrank. Der erste Gedanke ist, sie zu ersetzen. Oft ist das die teurere Lösung.
Warum eine alte Füllung flach wird
Jede Nacht gibt der Körper Feuchtigkeit ab, dazu Hautfett und Hautschuppen. Beides setzt sich in der Füllung fest, verklebt die feinen Ästchen der Daune und nimmt ihr das Volumen. Die Daune selbst ist dabei meist völlig in Ordnung, sie ist nur verschmutzt und liegt in einem Inlett, das inzwischen ausgeleiert ist.
Was eine Aufarbeitung umfasst
Eine Bettfedernreinigung ist ein eigener Betrieb, nicht zu verwechseln mit einer chemischen Reinigung. Dort wird die Decke aufgetrennt und die Füllung entnommen. Sie wird gewaschen, entstaubt und getrocknet, kaputte Federkiele und Staubanteile werden ausgeschieden. Danach kommt die Füllung in ein neues Inlett, auf Wunsch in einer anderen Größe oder Bauweise, und es lässt sich frische Daune zufüllen.
Praktischer Nebeneffekt: Aus einer alten Decke in 135 × 200 lassen sich zwei Kopfkissen machen, oder aus zwei alten Decken eine gute neue.
Wann es sich lohnt
- Wenn die Decke ursprünglich gute Ware war, also hoher Daunenanteil und sauber verarbeitet.
- Wenn das Inlett noch dicht ist oder ohnehin erneuert werden soll.
- Wenn du an der Decke hängst, etwa weil sie aus der Familie stammt. Daune ist eines der wenigen Bettmaterialien, das über Generationen weiterverwendet werden kann.
Wann nicht
- Bei billigen Mischungen mit hohem Federanteil. Was am Ende übrig bleibt, rechtfertigt den Aufwand nicht.
- Wenn die Füllung durchgehend feucht gelagert wurde und muffig riecht. Was verschimmelt ist, wird nicht wieder gut.
- Bei Verdacht auf Milbenbefall in Verbindung mit einer Allergie. Hier gehört die Entscheidung in ärztliche Hand, nicht in eine Ratgeberseite.
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